Die Bücher
Einband vergrößern
Meine Weinreise - eine Lachreise

LESEPROBE

Ungarn
S. 36

Ganz im Süden an der Donau liegt das Städtchen Mohács. Dort haben wir uns das ehemalige Schlachtfeld von 1526 angesehen, auf dem die Ungarn unter Lajos II. von einer türkischen Übermacht vernichtend geschlagen wurden.

Am Nachmittag haben wir in der Donau gebadet und uns überlegt - so lange ist das schon her - was wohl würde, wenn wir uns einfach vom Strom treiben ließen und von ihm über die nahe Grenze in die Freiheit nach Jugoslawien bringen ließen.

Aber wir haben uns, wie zu Hause auch so oft, entschlossen, "gegen den Strom zu schwimmen" und zu bleiben, wo wir hingehörten, hatten wir doch am Abend eine schöne Einladung zu Freund Palinkas in seinen Weingarten. Es gab herrliche Fischsuppe - Halászlé - und dazu einen Weißwein aus eigener Produktion, leicht, süffig und exzellent zur Fischsuppe passend. Lustig fanden wir schon, dass unser Gastgeber Herr "Schnaps" hieß, aber er betrieb seinen kleinen "Schwarzhandel" nur mit Wein. Die Nachbarn kamen in der Dämmerung mit ihren leeren Literflaschen, und Herr Schnaps füllte sie mit seinem Weißen feher bor indem er den Wein mittels eines hohlen getrockneten Flaschenkürbis - dicker Bauch und langer schmaler Hals - aus dem Faß heberte.

Aber auch wir durften nicht rasten. Kaum war das Glas halb leer, wurde nachgeschenkt und zugeprostet - Egeszsegedre! Am Anfang konnten wir es noch ganz gut, aber mit zunehmender Weinwirkung lösten wir mit unserem Radebrechen fröhliches Gelächter aus. Spät, sehr spät, weinselig und trunken, verließen wir den Weingarten und fuhren nach Hause. Oh, es sei zugegeben, das war gefährlich. Mit Restblut im Alkohol soll man nicht Auto fahren und auch noch im Ausland. In voller Konzentration, "auffällig" langsam zuckelten wir mit unserem "Wartburg" durch die Weingärten. Plötzlich der befehlende Schrei meiner Frau: Halt an! Der Ton war so, dass ich, wie immer übrigens, sofort gehorchte. Sie riß die Tür auf, beugte sich leicht vor, und schon sprang der schöne Wein, vermischt mit Fisch und Zwiebel, in breitem Strahl in den Graben. Am Schluß des "Opfers" Tür zu und weiter. Nicht ein Spritzer im Auto oder auf der Kleidung. Eine wahrhaft saubere Arbeit! Herrn Schnapsens Wein war eine gute Sorte. Trotz der großen Trinkmenge am nächsten Morgen klaren Kopf und keinen Kater.


Der Asket
S. 71

Ich bin jetzt hier zur Kur,
da trink ich Wasser nur.
Seit Wochen keinen Wein,
das soll ja auch so sein.
Ich gehe hart mit mir ins Gericht,
die Stärke des Kurgastes liegt im Verzicht.
Selbst die Sonne wirft mir keinen "Schatten",
ich lieg allein auf meiner Matten,
denke nur an roten Wein,
könnt’ Dornfeld, auch ein Chianti sein.
Selbst Burgunder wär’ nicht schlecht,
auch Côte du Rhône wäre recht.
Ohne Wein noch viele Tage,
ich darbe mir die Seele wund.
Langsam wird es mir zur Plage,
Wein soll doch sein gesund!
Ich tröste mich, es dauert nicht mehr lang,
dann fahr’ ich heim zu Wein, Weib und Gesang.


Klicken Sie bitte rechts für weitere Informationen
Thot